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| [[Bild:Artikel.gif]] | | #REDIRECT [[Daimon]] |
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| == Bedeutung und Etymologie ==
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| Dämon steht in der landläufigen Bedeutung für einen (bösen) "Geist" mit übermenschlichen Kräften oder ein Wesen, das zwischen göttlichen Sphären und menschlichen Welten verkehrt. Ende des 16. Jh. und erneut im 18. Jh. wurde Dämon aus dem Lateinischen von ''daemon'' (böser Geist, Teufel) ins Deutsche übergeführt. Das lateinische Wort wurde wiederum aus dem Griechischen von "daimonas" (das übernatürliche Wesen) beziehungsweise von [[Daimon | ''daimon'']] (griech. δαίμων "Geist der Abgeschiedenen", (niedere) Gottheit, Geistwesen, [[Genius]], [[Engel | Schutzengel]], göttliche Macht, Geschick) entlehnt. Hesiod (geb. v. 700 v.d.Z.) beschreibt in ''Werke und Tage'' die Verstorbenen des [[Goldenes Zeitalter | goldenen Zeitalters]] als mächtige Dämonen (δαίμονες)<ref>Hesiod, ''Werke und Tage'', übersetzt und heraugegeben von Otto Schönberger, Stuttgart, 2004.</ref>; nach [[Platon]] wird der vernunftbegabte Mensch nach seinem Tod zu einem Dämon.<ref>Vgl. Platon, ''Kratylos'', in: Sämtliche Werke Bd. 1, Berlin 1940, S. 561f. Dort heißt es:
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| Sokrates: Weißt du, was nach Hesiod die Dämonen sind?
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| Hermogenes: Ich entsinne mich nicht.
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| Sokrates: Nicht, daß nach ihm zuerst unter den Menschen ein goldenes Geschlecht lebte?
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| Hermogenes: Das weiß ich.
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| Sokrates: Also darüber sagt er:
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| Doch als dieses Geschlecht ins Dunkel entrückte das Schicksal,
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| Wurden der unteren Welt hochhehre Dämonen genannt sie,
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| Edle, des Leids Abwender, die Hüter der sterblichen Menschen.
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| Hermogenes: Was willst du damit?
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| Sokrates: Er nennt, denke ich, das goldne Geschlecht nicht ein aus natürlichem Golde Bestehendes, sondern ein gutes und edles. Zum Beweise dient mir, daß er auch uns das eiserne Geschlecht nennt.
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| Hermogenes: Du hast recht.
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| Sokrates: Glaubst du nicht, er werde auch von den jetzigen Menschen zu jenem goldenen Geschlechte jeden zählen, der gut ist?
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| Hermogenes: Wahrscheinlich.
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| Sokrates: Die Guten sind vernünftig, nicht wahr?
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| Hermogenes: Ja.
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| Sokrates: So also nennt er vorzüglich, wie mir dünkt, die Dämonen. Weil sie vernünftig und sinnig (daêmones) waren, nannte er sie Dämonen (daimonas). Auch findet sich in unserer alten Sprache so das Wort. Daher hat er recht, und andere Dichter auch, wenn sie sagen, wenn ein Guter gestorben sei, so erlange er großen Preis und Ehre und werde ein Dämon nach der Eigenschaft der Vernunft. Danach behaupte auch ich, jeder Mann, der gut ist, sei dämonisch im Leben und im Tode und heiße mit Recht ein Dämon.</ref> Daimon mit seiner Bedeutung von "[[Zu- und Verteilung | Zu- und Verteiler]] (des Schicksals)" - vgl. griech. δαίεσθαι (daiesthai) "(ver)teilen" - steht mit griech. ''dēmos'' (vgl. [[Demokratie]], [[Demographie]] usw.), "Gebiet, Gau, Volk" (eigentlich "Abteilung") im größeren Zusammenhang der idg. Sippe von nhd. "[[Zeit]]".
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| Die Ableitung [[Daimonion | ''daimónion'']] ist der heutigen Bedeutung von "Schicksal" oder "Gewissen" verwandt und begleitete im antiken Verständnis den Menschen ein Leben lang. Nach [[Sokratischer Dämon | Sokrates]] wird man mit einem ''daimon'' geboren, der das gesamte Leben erhalten bleibt und sich als mahnende innere Stimme bemerkbar macht; nach [[Platon]] wählt man sich die ''daimones'' im Sinne von Ideen selbst. Noch im Frühchristentum waren dämonische Wesen vergleichbar den römischen Genien oder späteren Schutzengeln um das Seelenheil der Menschen bemüht. Erst im Mittelalter wurde Dämon negativ konnotiert und auf die teuflische Bedeutung reduziert.<ref>Vgl. Wilhelm Gesenius, Wilhelm Gesenius' hebräisches und aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament. In Verb. m. H. Zimmern, W. M. Müller u. O. Weber. Bearb. v. Frants Buhl, Berlin,Göttingen,Heidelberg 1962, S.385.</ref>
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| Im modernen Sprachgebrauch wird Dämon metaphorisch vorwiegend für negative psychische und gesellschaftliche Phänomene gebraucht. Die Verwendung reicht von Sucht auslösenden [[Drogen]] über [[Politiker]] (Hitler, Stalin), bestimmten Charaktereigenschaften bis hin zu Formen der [[Ideologie]]. Prägend hierfür sind traditionelle Vorstellungen und religiöse Konzepte von [[Besessenheit]].
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| == Mythologie ==
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| Animistisch mit Naturkräften oder mit Seelen von Ahnen verknüpft, spielen Dämonen in nahezu allen Religionen und im Volksglauben zum Teil bis heute eine bestimmende Rolle. [[Dämonologie | Dämonenlehren]] fanden sich in den frühen Kulturen von Sumer, Akkad, Babylon und Ägypten, wo himmlische und irdische Geister mit den Elementen Luft, Erde, Feuer oder bestimmten Gegenden verbunden waren. In der griechischen Mythologie wurden sämtliche Naturphänomene mit Dämonen assoziert, später nur mehr unerklärliche Prozesse, etwa die Verwesung und der Verfall ([[Entropie]]) oder die Gärung von Milch und Alkohol. Dämonen fungierten als Wächter über [[Ordnung]] und [[Unordnung]] und konnten Reichtum oder Verderben bringen. In der römischen Mythologie, wo sich griechische mit orientalischen Vorstellungen verknüpfen, erschienen Dämonen als [[Genien]]. Über den Zoroastrismus gelangte die Dämonenlehre in die altjüdische Glaubensvorstellung, wo Dämonen in Klassen geteilt und mit Ämtern betraut waren. Während böse Dämonen vor allem für Geisteskrankheiten wie der [[Epilepsie]] verantwortlich gemacht wurden, wachten Schutzengel über Personen und ganze Städte. Im Neuplatonismus, Gnostizismus und in der rabbinischen Überlieferung der Kabbala diversifizierten sich die Dämonen, deren Funktionen und Wirkungen mit Akribie beschrieben wurden. Im Hinduismus agieren Dämonen, die in Gruppen von [[Rakshasa | Rakshasas]], Daityas oder Danavas eingeteilt werden, als Gegenspieler der Götter. Die Dschinnen (von arab. dschunna, „besessen sein”) sind im Islam aus dem Feuer geborene Wesen, die von [[Salomo]] in eine Flasche gesperrt und dienstbar gemacht werden.<ref>Koran, Sure 34, Vers 12-14.</ref> In der christlichen Lehre sind Dämonen gefallene [[Engel]], die angeführt vom [[Teufel]] die Menschen verführen oder von ihnen [[Seele | Seelen]] Besitz ergreifen wollen.
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| In der jüdischen Mythologie erscheinen Dämonen unter verschiedenen Namen. Sie werden als Geister (Ruchot), Schädlinge (Masiqim) oder Zerstörer (Chabalim) bezeichnet und unter ''Schedim'' zusammengefasst. Schedim sind sowohl gute und hilfreiche als auch Unheil und Unordnung stiftende, meist männliche Wesen, die in Beziehung zu Menschen treten. Im Talmud und in der mandäischen Gnosis verbinden sich wie in allen semitischen Religionen die Dämonen mit Menschen, um Dämomenkinder zu zeugen. Die kabbalistische Auffassung begründet dies damit, dass Dämonen keinen eigenen Leib haben, da vor dessen Erschaffung der Sabbat hereinbrach. Dämonen sind halbfertige Trümmerwesen, die zur Fortpflanzung den menschlichen Körper brauchen. Dämonen - wie beispielsweise [[Lilith]] - lauern in der Nacht, um sich des austretenden Samens zu bedienen oder ihren eigenen einzupflanzen (vgl. [[Incubus]]).
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| ==Der Dämon als Zu- und Verteiler==
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| == Physik und Thermodynamik ==
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| == Computer ==
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| == Einzelnachweise ==
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