Manifest: Unterschied zwischen den Versionen

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Das Manifest ist eine literarische Gattung, die historisch zuerst als politische Kampfschrift, ab der zweiten Hälfte des 19. Jhs. als literarisch-künstlerische Proklamation Verbreitung fand.
Das Manifest (von lat. manifestus, handgreiflich gemacht) ist eine literarische Gattung, die historisch zuerst als politische Kampfschrift, ab der zweiten Hälfte des 19. Jh. als literarisch-künstlerische Proklamation Verbreitung findet. Manifeste der bildenden Kunst, die oft mit der Konstitution von avantgardistischen Ismen in Verbindung stehen (Futurismus, Kubismus, Dadaismus, Surrealismus etc.), werden ab dem beginnenden 20. Jh. zu einem entscheidenden Stilmittel innerhalb modernistischer Strömungen. Das Manifest fungiert als programmatische Schrift mit unterschiedlichen Grundlagen und Absichten:


Künstlermanifeste erst zu Beginn d. 20. Jh. in Zusammenhang mit Avantgarden (Blüte etwa 15 Jahre)
Gründungsgestus einer Kunstrichtung, Künstlergruppe oder eines Stils
Indiz, dass Kunst nicht mehr wie einst einen festen Stellenwert im gesellschaftl. Gefgüge aufweist. Man muss sich legitimieren, das Feld abstecken u. Funktionen klären


Mittel der Reflexion, Instrument fachlicher Auseinandersetzung
Zuschreibungskonzept für künstlerisch (ideologisch) Gleichgesinnte und damit Schaffung einer kollektiven Identität für eine Künstlergruppe
Handlungsaspekt
 
Schaffung einer individuellen oder Gruppenidentität
kritische Stellungnahme zu gesellschaftlichen und kulturellen Konditionen, insbesondere jenen, die von Politik und Wissenschaften geprägt sind
Stellt einen Bezug zur sozialen Ordnung her
 
Gründungsgestus
Medium der historische Ausdifferenzierung (etwa in Form einer Ablehnung der Vergangenheit oder der Entwicklung von Utopien und Zukunftsprojektion
Historische Ausdifferenzierung, Ablehnung der Vergangenheit, Verbesserung der Gegenwart, Zukunftsprojektion
 
Eine programmatische Schrift, die zum Ziel hat, Grundlagen und Absichten zu erläutern.
Medium der Reflexion und Diskursinstrument fachlicher Auseinandersetzung
 
 
 
 
 
Indiz, dass Kunst nicht mehr wie einst einen festen Stellenwert im gesellschaftl.
 
Gefgüge aufweist. Man muss sich legitimieren, das Feld abstecken u. Funktionen klären

Version vom 24. Dezember 2006, 17:36 Uhr

Das Manifest (von lat. manifestus, handgreiflich gemacht) ist eine literarische Gattung, die historisch zuerst als politische Kampfschrift, ab der zweiten Hälfte des 19. Jh. als literarisch-künstlerische Proklamation Verbreitung findet. Manifeste der bildenden Kunst, die oft mit der Konstitution von avantgardistischen Ismen in Verbindung stehen (Futurismus, Kubismus, Dadaismus, Surrealismus etc.), werden ab dem beginnenden 20. Jh. zu einem entscheidenden Stilmittel innerhalb modernistischer Strömungen. Das Manifest fungiert als programmatische Schrift mit unterschiedlichen Grundlagen und Absichten:

Gründungsgestus einer Kunstrichtung, Künstlergruppe oder eines Stils

Zuschreibungskonzept für künstlerisch (ideologisch) Gleichgesinnte und damit Schaffung einer kollektiven Identität für eine Künstlergruppe

kritische Stellungnahme zu gesellschaftlichen und kulturellen Konditionen, insbesondere jenen, die von Politik und Wissenschaften geprägt sind

Medium der historische Ausdifferenzierung (etwa in Form einer Ablehnung der Vergangenheit oder der Entwicklung von Utopien und Zukunftsprojektion

Medium der Reflexion und Diskursinstrument fachlicher Auseinandersetzung



Indiz, dass Kunst nicht mehr wie einst einen festen Stellenwert im gesellschaftl.

Gefgüge aufweist. Man muss sich legitimieren, das Feld abstecken u. Funktionen klären