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Den 262. Aphorismus widmet Friedrich Nietzsche in ''Morgenröte. Gedanken über die moralischen Vorurteile'' (1881) dem Dämon der Macht: | Den 262. Aphorismus widmet Friedrich Nietzsche in ''Morgenröte. Gedanken über die moralischen Vorurteile'' (1881) dem [[Dämon]] der Macht: | ||
Der Dämon der Macht. — Nicht die Notdurft, nicht die Begierde, — nein, die Liebe zur Macht ist der Dämon der Menschen. Man gebe ihnen Alles, Gesundheit, Nahrung, Wohnung, Unterhaltung, — sie sind und bleiben unglücklich und grillig: denn der Dämon wartet und wartet und will befriedigt sein. Man nehme ihnen Alles und befriedige diesen: so sind sie beinahe glücklich, — so glücklich als eben Menschen und Dämonen sein können. Aber warum sage ich dies noch? Luther hat es schon gesagt, und besser als ich, in den Versen: "Nehmen sie uns den Leib, Gut, Ehr’, Kind und Weib: lass fahren dahin, — das Reich muss uns doch bleiben!" Ja! Ja! Das "Reich"! | Der Dämon der Macht. — Nicht die Notdurft, nicht die Begierde, — nein, die Liebe zur Macht ist der Dämon der Menschen. Man gebe ihnen Alles, Gesundheit, Nahrung, Wohnung, Unterhaltung, — sie sind und bleiben unglücklich und grillig: denn der Dämon wartet und wartet und will befriedigt sein. Man nehme ihnen Alles und befriedige diesen: so sind sie beinahe glücklich, — so glücklich als eben Menschen und Dämonen sein können. Aber warum sage ich dies noch? Luther hat es schon gesagt, und besser als ich, in den Versen: "Nehmen sie uns den Leib, Gut, Ehr’, Kind und Weib: lass fahren dahin, — das Reich muss uns doch bleiben!" Ja! Ja! Das "Reich"! | ||
Version vom 1. Februar 2007, 15:45 Uhr
Den 262. Aphorismus widmet Friedrich Nietzsche in Morgenröte. Gedanken über die moralischen Vorurteile (1881) dem Dämon der Macht:
Der Dämon der Macht. — Nicht die Notdurft, nicht die Begierde, — nein, die Liebe zur Macht ist der Dämon der Menschen. Man gebe ihnen Alles, Gesundheit, Nahrung, Wohnung, Unterhaltung, — sie sind und bleiben unglücklich und grillig: denn der Dämon wartet und wartet und will befriedigt sein. Man nehme ihnen Alles und befriedige diesen: so sind sie beinahe glücklich, — so glücklich als eben Menschen und Dämonen sein können. Aber warum sage ich dies noch? Luther hat es schon gesagt, und besser als ich, in den Versen: "Nehmen sie uns den Leib, Gut, Ehr’, Kind und Weib: lass fahren dahin, — das Reich muss uns doch bleiben!" Ja! Ja! Das "Reich"!