Entfremdung: Unterschied zwischen den Versionen
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In der Maschinenstürmerei werden Maschinen als Objekte und Systeme der Arbeit dämonisch personifiziert und für die Empfindung der Entfremdung verantwortlich gemacht. Die Unterscheidung zwischen Medium und Form wird aufgehoben und die psychischen und sozialen Bedingungen der Arbeit werden verdinglicht. Unabhängig vom sozialen Nutzen technologischer Innovation wird beispielsweise in den Weberaufständen die [[Maschine]] zum [[Dämon]] der Entfremdung. | In der Maschinenstürmerei werden Maschinen als Objekte und Systeme der Arbeit dämonisch personifiziert und für die Empfindung der Entfremdung verantwortlich gemacht. Die Unterscheidung zwischen Medium und Form wird aufgehoben und die psychischen und sozialen Bedingungen der Arbeit werden verdinglicht. Unabhängig vom sozialen Nutzen technologischer Innovation wird beispielsweise in den Weberaufständen die [[Maschine]] zum [[Dämon]] der Entfremdung. Nach Marx liegt in der Arbeitsteilung, die sich aus der Logik der [[Taylorismus | Fabrikorganisation]] ableitet und den Menschen zum Automaten degradiert, der Wesensgrund für die Entfremdung. Sie erzeugt die Dissoziation von der eigenen Identität, den jeweiligen Fähigkeiten und spezifischen Lebenskonzepten. Durch die Ausblendung ökonomischer und politischer Kontexte erfolgt ein Populismus des reaktionären Bewusstseins, das eine Dämonisierung der Maschine in Form der Entfremdung durch Arbeit charakterisiert. Hier setzt der Begriff der Entfremdung bei Marx oder die Heideggersche Kritik an der Moderne als Seinsvergessenheit an. Für Marx ist nicht die Maschine an sich für die Entfremdung des Arbeiters verantwortlich, sondern jene materiellen Kräfte, die sich dem Verständnis von Freiheit historisch entgegenstellen. Marx adaptiert Hegels Begriff der Entfremdung, indem der Mensch frei erscheinen könne, auch wenn er in Wirklichkeit in Ketten liege. Aufgrund der herrschenden Ideologie sei sich der Arbeiter seiner Entfremdung nicht bewusst. Der von der Frankfurter Schule geprägte Begriff des "falschen Bewusstseins" steht hier in einem Nahverhältnis und bezeichnet Stadien der Entfremdung und Manipulation - etwa durch Politik und Konsumismus-, die von den Menschen selbst nicht erkannt werden. Dieser Zustand der Entfremdung ist integraler Bestandteil einer Kritik der 68er Generation und u.a. zentrale These von Guy Debords "Die Gesellschaft des Spektakels". | ||
Durch die Ausblendung ökonomischer und politischer Kontexte erfolgt ein Populismus des reaktionären Bewusstseins, das eine Dämonisierung der Maschine in Form der Entfremdung durch Arbeit charakterisiert. Hier setzt der Begriff der Entfremdung bei Marx oder die Heideggersche Kritik an der Moderne als Seinsvergessenheit an. | |||
Version vom 21. Februar 2008, 16:05 Uhr
Entfremdung bezeichnet den Zustand einer Störung des Verhältnisses zu sich selbst, zu anderen Menschen, zur Arbeit oder zu Objekten und Umwelten. Im Marxismus ist Entfremdung ein zentraler Kritikpunkt am Kapitalismus, da der Mensch durch Arbeitsprozesse, die an Effizienzsteigerung und Mehrwertoptimierung orientiert sind, vom Produkt seiner Arbeit und von sich selbst entfremdet wird.
Dämonie
Entfremdung ist eine direkte Wirkung der Dämonie, die den freien Willen und die autonome Lebensführung unterbindet. Sie entwickelt sich durch das Gefühl von fremden Mächten bestimmt oder besessen zu sein und geht mit Identitätsverlust einher.
Arbeitsprozess
In der Maschinenstürmerei werden Maschinen als Objekte und Systeme der Arbeit dämonisch personifiziert und für die Empfindung der Entfremdung verantwortlich gemacht. Die Unterscheidung zwischen Medium und Form wird aufgehoben und die psychischen und sozialen Bedingungen der Arbeit werden verdinglicht. Unabhängig vom sozialen Nutzen technologischer Innovation wird beispielsweise in den Weberaufständen die Maschine zum Dämon der Entfremdung. Nach Marx liegt in der Arbeitsteilung, die sich aus der Logik der Fabrikorganisation ableitet und den Menschen zum Automaten degradiert, der Wesensgrund für die Entfremdung. Sie erzeugt die Dissoziation von der eigenen Identität, den jeweiligen Fähigkeiten und spezifischen Lebenskonzepten. Durch die Ausblendung ökonomischer und politischer Kontexte erfolgt ein Populismus des reaktionären Bewusstseins, das eine Dämonisierung der Maschine in Form der Entfremdung durch Arbeit charakterisiert. Hier setzt der Begriff der Entfremdung bei Marx oder die Heideggersche Kritik an der Moderne als Seinsvergessenheit an. Für Marx ist nicht die Maschine an sich für die Entfremdung des Arbeiters verantwortlich, sondern jene materiellen Kräfte, die sich dem Verständnis von Freiheit historisch entgegenstellen. Marx adaptiert Hegels Begriff der Entfremdung, indem der Mensch frei erscheinen könne, auch wenn er in Wirklichkeit in Ketten liege. Aufgrund der herrschenden Ideologie sei sich der Arbeiter seiner Entfremdung nicht bewusst. Der von der Frankfurter Schule geprägte Begriff des "falschen Bewusstseins" steht hier in einem Nahverhältnis und bezeichnet Stadien der Entfremdung und Manipulation - etwa durch Politik und Konsumismus-, die von den Menschen selbst nicht erkannt werden. Dieser Zustand der Entfremdung ist integraler Bestandteil einer Kritik der 68er Generation und u.a. zentrale These von Guy Debords "Die Gesellschaft des Spektakels".