Goldenes Zeitalter: Unterschied zwischen den Versionen

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Das goldene Zeitalter um 1530 von Lucas Cranach d. Ä. Holz 75x 105 Oslo Nationalgalerie
[[Bild:Cranach_Goldenes-Zeitalter.jpg|thumb|Lucas Cranach d. Ä., Das goldene Zeitalter, um 1530. Holz 75 x 105 Oslo Nationalgalerie]]
 




Das Goldene Zeitalter (griech. chrýseon génos) bezeichnet in der antiken griechischen Mythologie den idealen (paradiesischen) Urzustand des Menschen. Im epischen Lehrgedicht Werke und Tage findet sich die ''Erzählung von den fünf Menschengeschlechtern'', in der Hesoid (geb. v. 700 v.d.Z.) die Abfolge der Weltzeitalter schildert. Nach dem vollkommenen Goldenen, dem Silbernen und dem Ehernen Zeitalter folgt das „Zeitalter der Heroen“, in dem Odysseus und Achilles gelebt haben sollen. Das fünfte Zeitalter ist das Eiserne, in dem Hesiod selbst lebt. Am Anfang schufen die Götter das goldene Geschlecht, das ohne Krankheit, Alter und Sorge lebte. Nahrung war reichlich vorhanden und der Tod erfolgte schmerzlos durch Entschlafen. Nach dem Tod wurden die Angehörigen dieses Geschlechts zu mächtigen [[Daimon | Daimones]], die in Wolken über die Menschen auf der Erde wachten. Das silberne Geschlecht war von Hybris geprägt und zollte den Göttern keinen Respekt. Es wurde vertilgt und zu Daimones, die unter der Erde wohnten. Die unterirdischen, chthonischen Daimones wurden ebenfalls von den Menschen verehrt, waren aber weniger mächtig als die überirdischen. Die ehernen waren hartherzig und streitsüchtig, weswegen sie in den Hades kamen. Das darauf folgende Geschlecht der Heroen, das um Theben und Troja kämpfte und von Homer beschrieben wird, war edler. Der '''Heros''' (ἥρως) lebte nach dem Tod auf der Insel der Seligen fort. Hesoids eigenes Zeitalter ist vom Verfall der Sitten, von Willkür und Gewaltherrschaft sowie vom Konkurrenzkampf aller gegen alle geprägt. Die Menschen des Goldenen und Silbernen Zeitalters werden zu Daimones und beschützen und beeinflussen gemeinsam mit den Heroen die Bevölkerung Griechenlands. Neben der moralisierenden Aufforderung zu einem arbeitsamen und tugendhaften Lebenswandel ist an Hesiods Darstellung bemerkenswert, dass nur jene zu Dämonen und Heroen werden, die durch ihre irdische Taten und Arbeit sich unsterblich machen und über die Geschichte bis in die Zukunft wirken. [[Dämon | Dämonen]] und Heroen sind bei Hesiod historische [[Geist | Geister]], die das Leben der Menschen in der Gegenwart beeinflussen und ihr [[Schicksal]] mitbestimmen.
Das Goldene Zeitalter (griech. chrýseon génos) bezeichnet in der antiken griechischen Mythologie den idealen (paradiesischen) Urzustand des Menschen. Im epischen Lehrgedicht Werke und Tage findet sich die ''Erzählung von den fünf Menschengeschlechtern'', in der Hesoid (geb. v. 700 v.d.Z.) die Abfolge der Weltzeitalter schildert. Nach dem vollkommenen Goldenen, dem Silbernen und dem Ehernen Zeitalter folgt das „Zeitalter der Heroen“, in dem Odysseus und Achilles gelebt haben sollen. Das fünfte Zeitalter ist das Eiserne, in dem Hesiod selbst lebt. Am Anfang schufen die Götter das goldene Geschlecht, das ohne Krankheit, Alter und Sorge lebte. Nahrung war reichlich vorhanden und der Tod erfolgte schmerzlos durch Entschlafen. Nach dem Tod wurden die Angehörigen dieses Geschlechts zu mächtigen [[Daimon | Daimones]], die in Wolken über die Menschen auf der Erde wachten. Das silberne Geschlecht war von Hybris geprägt und zollte den Göttern keinen Respekt. Es wurde vertilgt und zu Daimones, die unter der Erde wohnten. Die unterirdischen, chthonischen Daimones wurden ebenfalls von den Menschen verehrt, waren aber weniger mächtig als die überirdischen. Die ehernen waren hartherzig und streitsüchtig, weswegen sie in den Hades kamen. Das darauf folgende Geschlecht der Heroen, das um Theben und Troja kämpfte und von Homer beschrieben wird, war edler. Der '''Heros''' (ἥρως) lebte nach dem Tod auf der Insel der Seligen fort. Hesoids eigenes Zeitalter ist vom Verfall der Sitten, von Willkür und Gewaltherrschaft sowie vom Konkurrenzkampf aller gegen alle geprägt. Die Menschen des Goldenen und Silbernen Zeitalters werden zu Daimones und beschützen und beeinflussen gemeinsam mit den Heroen die Bevölkerung Griechenlands. Neben der moralisierenden Aufforderung zu einem arbeitsamen und tugendhaften Lebenswandel ist an Hesiods Darstellung bemerkenswert, dass nur jene zu Dämonen und Heroen werden, die durch ihre irdische Taten und Arbeit sich unsterblich machen und über die Geschichte bis in die Zukunft wirken. [[Dämon | Dämonen]] und Heroen sind bei Hesiod historische [[Geist | Geister]], die das Leben der Menschen in der Gegenwart beeinflussen und ihr [[Schicksal]] mitbestimmen.

Version vom 12. Mai 2008, 18:38 Uhr

Lucas Cranach d. Ä., Das goldene Zeitalter, um 1530. Holz 75 x 105 Oslo Nationalgalerie


Das Goldene Zeitalter (griech. chrýseon génos) bezeichnet in der antiken griechischen Mythologie den idealen (paradiesischen) Urzustand des Menschen. Im epischen Lehrgedicht Werke und Tage findet sich die Erzählung von den fünf Menschengeschlechtern, in der Hesoid (geb. v. 700 v.d.Z.) die Abfolge der Weltzeitalter schildert. Nach dem vollkommenen Goldenen, dem Silbernen und dem Ehernen Zeitalter folgt das „Zeitalter der Heroen“, in dem Odysseus und Achilles gelebt haben sollen. Das fünfte Zeitalter ist das Eiserne, in dem Hesiod selbst lebt. Am Anfang schufen die Götter das goldene Geschlecht, das ohne Krankheit, Alter und Sorge lebte. Nahrung war reichlich vorhanden und der Tod erfolgte schmerzlos durch Entschlafen. Nach dem Tod wurden die Angehörigen dieses Geschlechts zu mächtigen Daimones, die in Wolken über die Menschen auf der Erde wachten. Das silberne Geschlecht war von Hybris geprägt und zollte den Göttern keinen Respekt. Es wurde vertilgt und zu Daimones, die unter der Erde wohnten. Die unterirdischen, chthonischen Daimones wurden ebenfalls von den Menschen verehrt, waren aber weniger mächtig als die überirdischen. Die ehernen waren hartherzig und streitsüchtig, weswegen sie in den Hades kamen. Das darauf folgende Geschlecht der Heroen, das um Theben und Troja kämpfte und von Homer beschrieben wird, war edler. Der Heros (ἥρως) lebte nach dem Tod auf der Insel der Seligen fort. Hesoids eigenes Zeitalter ist vom Verfall der Sitten, von Willkür und Gewaltherrschaft sowie vom Konkurrenzkampf aller gegen alle geprägt. Die Menschen des Goldenen und Silbernen Zeitalters werden zu Daimones und beschützen und beeinflussen gemeinsam mit den Heroen die Bevölkerung Griechenlands. Neben der moralisierenden Aufforderung zu einem arbeitsamen und tugendhaften Lebenswandel ist an Hesiods Darstellung bemerkenswert, dass nur jene zu Dämonen und Heroen werden, die durch ihre irdische Taten und Arbeit sich unsterblich machen und über die Geschichte bis in die Zukunft wirken. Dämonen und Heroen sind bei Hesiod historische Geister, die das Leben der Menschen in der Gegenwart beeinflussen und ihr Schicksal mitbestimmen.