Migräne, Migräneaura: Unterschied zwischen den Versionen
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Giorgio de Chirico (1888-1978) verfasste 1920 den Aufsatz „Der Dämon der Klassik“, in dem er das Konzept des metaphysischen Alphabets ausführte. Seine Kunst beschränke sich demnach auf Grundfiguren, die sich in ihrer Beschreibung mit den geometrischen Spektren visueller Migränesymptomen deckten. | Giorgio de Chirico (1888-1978) verfasste 1920 den Aufsatz „Der Dämon der Klassik“, in dem er das Konzept des metaphysischen Alphabets ausführte. Seine Kunst beschränke sich demnach auf Grundfiguren, die sich in ihrer Beschreibung mit den geometrischen Spektren visueller Migränesymptomen deckten. | ||
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Bereits der britische Astronom Sir John Frederick William Herschel (1792–1871), der sich mit Phänomenen „sensorischen Sehens“ bei geschlossenen Augen und Dunkelheit beschäftigte, fragte sich, wie derartige Muster entstehen und in welcher „Abteilung der körperlichen oder geistigen Ökonomie“ sie ihren Ursprung haben: „Wo hat das Muster selbst oder sein Prototyp im Intellekt seinen Ursprung? Sicher nicht in irgendeiner Aktion, die bewusst vom Geist ausgeübt wird, denn sowohl das besondere Muster, das es zu formen gilt, als auch die Zeit seines Auftretens sind nicht nur jenseits unseres Willens und unserer Kontrolle, sondern jenseits unseres Wissens. Wenn es wahr ist, dass die Konzeption eines regelmäßigen geometrischen Musters die Ausübung von Denken und Intelligenz erfordert, würde es fast so scheinen, dass wir in solchen Fällen wie den oben herangezogenen die Evidenz eines Gedankens, einer Intelligenz haben, die innerhalb unserer eigenen Organisation getrennt von jener unserer eigenen Persönlichkeit arbeitet.“ | Bereits der britische Astronom Sir John Frederick William Herschel (1792–1871), der sich mit Phänomenen „sensorischen Sehens“ bei geschlossenen Augen und Dunkelheit beschäftigte, fragte sich, wie derartige Muster entstehen und in welcher „Abteilung der körperlichen oder geistigen Ökonomie“ sie ihren Ursprung haben: „Wo hat das Muster selbst oder sein Prototyp im Intellekt seinen Ursprung? Sicher nicht in irgendeiner Aktion, die bewusst vom Geist ausgeübt wird, denn sowohl das besondere Muster, das es zu formen gilt, als auch die Zeit seines Auftretens sind nicht nur jenseits unseres Willens und unserer Kontrolle, sondern jenseits unseres Wissens. Wenn es wahr ist, dass die Konzeption eines regelmäßigen geometrischen Musters die Ausübung von Denken und Intelligenz erfordert, würde es fast so scheinen, dass wir in solchen Fällen wie den oben herangezogenen die Evidenz eines Gedankens, einer Intelligenz haben, die innerhalb unserer eigenen Organisation getrennt von jener unserer eigenen Persönlichkeit arbeitet.“ | ||
John Frederick William Herschel, Familiar lectures on scientific subjects, London 1867, S. 401. (Klaus Podoll, Subjektive Sensationen – Halluzinatorische Formkonstanten der Migräneaura als Schnittstelle zwischen Kunst und Neurowissenschaft, in: Barbara Könches, Peter Weibel (Hg.), Unsichtbares. Kunst_Wissenschaft, Bern 2005, S. 290. | John Frederick William Herschel, Familiar lectures on scientific subjects, London 1867, S. 401. (Klaus Podoll, Subjektive Sensationen – Halluzinatorische Formkonstanten der Migräneaura als Schnittstelle zwischen Kunst und Neurowissenschaft, in: Barbara Könches, Peter Weibel (Hg.), Unsichtbares. Kunst_Wissenschaft, Bern 2005, S. 290. | ||
Version vom 30. November 2006, 18:00 Uhr
Giorgio de Chirico (1888-1978) verfasste 1920 den Aufsatz „Der Dämon der Klassik“, in dem er das Konzept des metaphysischen Alphabets ausführte. Seine Kunst beschränke sich demnach auf Grundfiguren, die sich in ihrer Beschreibung mit den geometrischen Spektren visueller Migränesymptomen deckten.
Bereits der britische Astronom Sir John Frederick William Herschel (1792–1871), der sich mit Phänomenen „sensorischen Sehens“ bei geschlossenen Augen und Dunkelheit beschäftigte, fragte sich, wie derartige Muster entstehen und in welcher „Abteilung der körperlichen oder geistigen Ökonomie“ sie ihren Ursprung haben: „Wo hat das Muster selbst oder sein Prototyp im Intellekt seinen Ursprung? Sicher nicht in irgendeiner Aktion, die bewusst vom Geist ausgeübt wird, denn sowohl das besondere Muster, das es zu formen gilt, als auch die Zeit seines Auftretens sind nicht nur jenseits unseres Willens und unserer Kontrolle, sondern jenseits unseres Wissens. Wenn es wahr ist, dass die Konzeption eines regelmäßigen geometrischen Musters die Ausübung von Denken und Intelligenz erfordert, würde es fast so scheinen, dass wir in solchen Fällen wie den oben herangezogenen die Evidenz eines Gedankens, einer Intelligenz haben, die innerhalb unserer eigenen Organisation getrennt von jener unserer eigenen Persönlichkeit arbeitet.“
John Frederick William Herschel, Familiar lectures on scientific subjects, London 1867, S. 401. (Klaus Podoll, Subjektive Sensationen – Halluzinatorische Formkonstanten der Migräneaura als Schnittstelle zwischen Kunst und Neurowissenschaft, in: Barbara Könches, Peter Weibel (Hg.), Unsichtbares. Kunst_Wissenschaft, Bern 2005, S. 290.