Genius: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Bild:Runge_Genien.jpg|thumb|Philipp Otto Runge, Die Genien auf der Lichtlilie, Bleistift und Kreide auf Papier, 1810]]
[[Bild:Runge_Genien.jpg|thumb|Philipp Otto Runge, Die Genien auf der Lichtlilie, Bleistift und Kreide auf Papier, 1810]]


Später wurden der Genius wie in der christlichen Tradition als Schutzgeist oder Schutzeng angesehen, der über das persönliche Schicksal, die Familie, das Haus oder einen bestimmten Ort wacht. Diesbezüglich glaubte man, dass ein Genius auch öffentlichen Einrichtungen oder dem Staat innewohnt. Der Ausdruck [[Genius loci | genius loci]] bezieht sich auf den Schutzgeist eines bestimmten Ortes und verkörpert die an einen bestimmten Ort gebundenen Kräfte. In der Antike stellte man Genien zunächst als Schlangen oder als bärtige gepanzerte Männer mit Füllhorn und Zepter dar, später meist als geflügelte Lichtgestalten, die u. a. als Träger von Porträtmedaillons und Inschriftentafeln dienten, beispielsweise auf Konsulardiptychen. Bei Objekten aus dem Spätmittelalter sind Genien vor allem auf Schatullen aus der Embriachi-Werkstatt zu finden.
Später wurden der Genius wie in der christlichen Tradition als Schutzgeist oder Schutzengel angesehen, der über das persönliche Schicksal, die Familie, das Haus oder einen bestimmten Ort wacht. Diesbezüglich glaubte man, dass ein Genius auch öffentlichen Einrichtungen oder dem Staat innewohnt. Der Ausdruck [[Genius loci | genius loci]] bezieht sich auf den Schutzgeist eines bestimmten Ortes und verkörpert die an einen bestimmten Ort gebundenen Kräfte. In der Antike stellte man Genien zunächst als Schlangen oder als bärtige gepanzerte Männer mit Füllhorn und Zepter dar, später meist als geflügelte Lichtgestalten, die u. a. als Träger von Porträtmedaillons und Inschriftentafeln dienten, beispielsweise auf Konsulardiptychen. Bei Objekten aus dem Spätmittelalter sind Genien vor allem auf Schatullen aus der Embriachi-Werkstatt zu finden.





Version vom 22. September 2007, 10:52 Uhr

Genius der im Kastell Niederbieber stationierten Truppen, 239 n. Chr.

Der Genius (lat. "Erzeuger") personifiziert im römischen Glauben die dem Mann innewohnende zeugende Kraft. Er formte die Persönlichkeit des Mannes, gab ihm die Fähigkeit zur Zeugung von Nachkommen und fungierte als inneres Wirkungsprinzip vergleichbar dem Sokratischen Dämon. Wie der Daimon vermittelte der Genius zwischen den Göttern und den Menschen und operierte als Medium und Schnittstelle zu Jupiter. Der Überlieferung nach wachte der Genius wie ein Schutzengel von der Geburt bis zum Tode über den Sterblichen und führte ihn durchs Leben. Während die Männer bei Jupiter schwuren und sich über ihren Genius mit ihm verbanden, opferten die Frauen der Göttin Juno als Inbegriff der Gebärkraft. Besonders an Geburtstagen brachte man dem Genius Speise- und Räucheropfer. Der Genius wurde weiters beim Eid als Schwurzeuge angerufen und die Schwurhand dabei zum Bezeugen der Wahrheit an die Genitalien gelegt.

Philipp Otto Runge, Die Genien auf der Lichtlilie, Bleistift und Kreide auf Papier, 1810

Später wurden der Genius wie in der christlichen Tradition als Schutzgeist oder Schutzengel angesehen, der über das persönliche Schicksal, die Familie, das Haus oder einen bestimmten Ort wacht. Diesbezüglich glaubte man, dass ein Genius auch öffentlichen Einrichtungen oder dem Staat innewohnt. Der Ausdruck genius loci bezieht sich auf den Schutzgeist eines bestimmten Ortes und verkörpert die an einen bestimmten Ort gebundenen Kräfte. In der Antike stellte man Genien zunächst als Schlangen oder als bärtige gepanzerte Männer mit Füllhorn und Zepter dar, später meist als geflügelte Lichtgestalten, die u. a. als Träger von Porträtmedaillons und Inschriftentafeln dienten, beispielsweise auf Konsulardiptychen. Bei Objekten aus dem Spätmittelalter sind Genien vor allem auf Schatullen aus der Embriachi-Werkstatt zu finden.


Literatur: H. Kunckel, Der römische Genius, Heidelberg 1974.