Gendarm: Unterschied zwischen den Versionen

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In ''Die Hoffnung der Pandora'' beschreibt Bruno Latour anhand der Fahrbahnschwelle, die auch "schlafender Gendarm" genannt wird, die Überquerung der Grenze zwischen Zeichen und Dingen. Sie ersetzt Verkehrszeichen und Warntafeln in eine Handlung und schafft eine "Veränderung der Ausdrucksmaterie". Die Bodenschwelle versammelt unterschiedliche Handlungsprogramme, die sie zum Aktanten machen: die Moral (Fahre langsam und gefährde nicht andere!), die Verkehrskontrolle (der [[Polizist]]), der Fahrer, der an die Stoßdämpfer seines Fahrzeugs denkt, die Anrainer, die sich um ihre Kinder und die Ruhe sorgen, das Gesetzeswerk der Straßenverkehrsordnung, die Technik der Automobil- und Straßenbauingenieure, politische Entscheidungen und dergleichen mehr.
In ''Die Hoffnung der Pandora'' beschreibt Bruno Latour anhand der Fahrbahnschwelle, die auch "schlafender Gendarm" genannt wird, die Überquerung der Grenze zwischen Zeichen und Dingen. Sie ersetzt Verkehrszeichen und Warntafeln in eine Handlung und schafft eine "Veränderung der Ausdrucksmaterie". Die Bodenschwelle versammelt unterschiedliche Handlungsprogramme, die sie zum Aktanten machen: die Moral (Fahre langsam und gefährde nicht andere!), die Verkehrskontrolle (der [[Polizist]]), der Fahrer, der an die Stoßdämpfer seines Fahrzeugs denkt, die Anrainer, die sich um ihre Kinder und die Ruhe sorgen, das Gesetzeswerk der Straßenverkehrsordnung, die Technik der Automobil- und Straßenbauingenieure, politische Entscheidungen und dergleichen mehr.


Techniken sind nach Latour "Gestaltveränderer", die "einen Haufen feuchten Betons in einen Gendarmen" verwandeln und "einem Polizisten die Dauerhaftigkeit und Hartnäckigkeit von Stein" verleihen. (S. 231.)
Techniken sind nach Latour "Gestaltveränderer", die "einen Haufen feuchten Betons in einen Gendarmen" verwandeln und "einem Polizisten die Dauerhaftigkeit und Hartnäckigkeit von Stein" verleihen.<ref>Bruno Latour, ''Die Hoffnung der Pandora'', Frankfurt a. Main 200, S. 231.</ref>
 
 
== Einzelnachweise ==
<references />

Version vom 10. Mai 2008, 16:09 Uhr

In Die Hoffnung der Pandora beschreibt Bruno Latour anhand der Fahrbahnschwelle, die auch "schlafender Gendarm" genannt wird, die Überquerung der Grenze zwischen Zeichen und Dingen. Sie ersetzt Verkehrszeichen und Warntafeln in eine Handlung und schafft eine "Veränderung der Ausdrucksmaterie". Die Bodenschwelle versammelt unterschiedliche Handlungsprogramme, die sie zum Aktanten machen: die Moral (Fahre langsam und gefährde nicht andere!), die Verkehrskontrolle (der Polizist), der Fahrer, der an die Stoßdämpfer seines Fahrzeugs denkt, die Anrainer, die sich um ihre Kinder und die Ruhe sorgen, das Gesetzeswerk der Straßenverkehrsordnung, die Technik der Automobil- und Straßenbauingenieure, politische Entscheidungen und dergleichen mehr.

Techniken sind nach Latour "Gestaltveränderer", die "einen Haufen feuchten Betons in einen Gendarmen" verwandeln und "einem Polizisten die Dauerhaftigkeit und Hartnäckigkeit von Stein" verleihen.[1]


Einzelnachweise

  1. ↑ Bruno Latour, Die Hoffnung der Pandora, Frankfurt a. Main 200, S. 231.