Daimon

Aus Daimon

„Daimon“ wurde im antiken Griechenland wie „Theos“ zur Benennung des Göttlichen gebraucht. Im Unterschied zu Theos benannte Daimon keinen Gott, der im kultischen Leben Bedeutung besaß, sondern eine höhere Kraft, die dem Menschen sein Schicksal zuteilte. Der Dämon als Zu- und Verteiler des Schicksals konnte zum Vorteil oder zum Nachteil gereichen, er konnte glücklich (eu-daimon) oder unglücklich (kako-daimon) machen. Von Geburt an war jedem Menschen ein Daimon zugewiesen, mit dem er zu leben hatte. Das Daimonion des Sokrates warnte diesen vor Unglück, gab aber niemals Empfehlungen. Bei Platon konnte der Daimon frei gewählt werden.