Sprache

Aus Daimon

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Wenn Sprache als Programmcode des Denkens fungiert, drängt sich die Vermutung auf, dass Sprache selbst ein Dämon ist. Über die Verselbständigung von Sprache äußerte Wilhelm von Humboldt: „Denn so innerlich auch die Sprache durchaus ist, so hat sie dennoch zugleich ein unabhängiges, äußeres, gegen den Menschen selbst Gewalt ausübendes Dasein.“ (Wilhelm von Humboldt, Über die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaues und ihren Einfluß auf die geistige Entwicklung des Menschengeschlechts, Paderborn 1998, S. 180.) Heidegger mutmaßte, dass die Sprache uns wie ein Virus als Wirt benutzt: „Inzwischen erhält sich vordergründig immer noch der Anschein, als meistere der Mensch die Sprachmaschine. Aber die Wahrheit dürfte sein, daß die Sprachmaschine die Sprache in Betrieb nimmt und so das Wesen des Menschen meistert.“ (Martin Heidegger, Hebel. Der Hausfreund, Pfullingen 1991, S. 28.) Nach Umberto Eco spricht der Mensch nicht nur, er wird auch von der Sprache gesprochen, womit das System der Sprache uns als Geist konstituiert. (Vgl. Umberto Eco, Zeichen. Einführung in einen Begriff und seine Geschichte, Frankfurt 1977, S. 165.)