Salomo

Aus Daimon

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Inhaltsverzeichnis

Bibel

Salomo als Herrscher im Kreise der ihm ergebenen Dämonen, persische Miniatur, 17. Jh.

König Salomo (hebräisch Schlomo) herrschte nach biblischer Überlieferung von etwa 965 bis 926 v.d.Z. über Israel und Juda. Eine Abwandlung des alttestamentarischen Mythos findet sich im „Testamentum Salomonis“ (zwischen 100-400 n.d.Z.). Demnach habe der weise König Salomo als Lohn seiner Dienste für Gott Herrschaft über einige Geister erhalten. Jene ermöglichten, Wissen, Macht und Reichtum zum größeren Ruhme Gottes anzuhäufen.

Koran

Im Talmud und Koran finden sich zahlreiche Legenden über Salomo. In Tausendundeine Nacht wird Salomo (Sulaiman, Soliman, Süleyman) als Inbegriff der Weisheit dargestellt, der Menschen, Tieren und Geistern befiehlt. Er ist Herr über die Dämonen, die er in Flaschen einsperrt. Sogar der Teufel Iblis wird von ihm vorübergehend gefangengenommen. In islamischer Tradition herrscht er über die Dämonen, die Dschinn (von arab. dschunna, „besessen sein”), denen er befahl, aus dem Meer Schätze zu beschaffen und den Qudstempel zu bauen. Der Koran, dessen Legenden über Salomon aus jüdischen Kommentarien übernommen wurden, berichtet: "Wir haben (so spricht Gott) dem David und Salomon die Wissenschaft verliehen. Salomon ist der Erbe Davids, und er hat zu den Menschen gesagt: 'Ich habe die Sprache der Vögel gelernt, und alle Dinge sind mir gegeben; und Heerscharen von Geistern, Menschen und Vögeln, haben sich um den Propheten versammelt, der sie hinwegführt.'"[1]

Ars Goetia

In der Ars Goetia (der erste Teil des Grimoire aus dem 17. Jh., dem Lemegeton Clavicula Salomonis oder Schlüsselchen Salomons) finden sich Beschreibungen der 72 Dämonen, die König Salomon beschworen und in ein bronzenes Gefäß gesperrt hat. Der Text gibt Anweisungen, wie ein ähnliches Bronzegefäß hergestellt werden kann und welche Formeln nötig sind, um diese Dämonen zu beschwören. Die beschriebenen Formeln unterscheiden sich von anderen goetischen Texten, indem die heraufbeschworenen Entitäten nicht um ihre Gunst gebeten, sondern in die Folgsamkeit gezwungen werden.

Eine überarbeitete englische Ausgabe der Ars Goetia wurde 1904 von Aleister Crowley veröffentlicht.

Einzelnachweise

  1. Koran, Sure 27, Vers 72