Pandemonium
Aus Daimon
Oliver Selfridge stellte 1959 auf dem "Symposium on Mechanisation of Thought Processes" sein Konzept "Pandemonium: A paradigm for learning” vor. Mit seinem Pandemonium-Modell zur automatischen Mustererkennung legte er die Grundlagen zur aspektorientierten Programmierung und führte den Begriff Dämon in die Computerwissenschaften ein. Pandemonium bestand aus mehreren Teilnetzwerken bzw. „demons“, die spezifische Aufgaben übernahmen und auf das Erkennen eines bestimmten visuellen Reizes spezialisiert waren. Das Modell sieht im Wesentlichen folgende „demons“ vor:
• Auf der niedrigsten Ebene stehen die „feature demons“, die das Charakteristikum eines Buchstaben analysieren. (Beispielsweise prüft ein Dämon, ob vertikale Balken bei Buchstaben vorhanden sind, ein anderer prüft, ob horizontale Balken vorkommen.)
• Die „cognitive demons“ bilden die nächste Ebene, die jeweils für einen Buchstaben zuständig sind. Je mehr Charakteristika von den „feature demons“ gemeldet werden, desto starker ist ihr Ausgangssignal.
• Am Ende der Kette operiert ein „decision demon“, der aufgrund des stärksten Signals der „cognitive demons“ entscheidet, welcher Buchstabe vorliegt.
Das Modell wurde u.a. von John Jackson 1987 weiterentwickelt und wird bis heute im Bereich der Psychologie, Kognitionsforschung und KI-Forschung zitiert.
Weblinks
Oliver Selfridge, "From cybernetics to neural networks"
Artificial Intellegence Patterns & Selfridge's Pandemonium