Animismus: Unterschied zwischen den Versionen
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Lothar Käser, Animismus: Eine Einführung in die begrifflichen Grundlagen des Welt- und Menschenbildes traditioneller (ethnischer) Gesellschaften für Entwicklungshelfer und kirchliche Mitarbeiter in Übersee, Bad Liebenzell 2004. | |||
Version vom 23. März 2010, 11:43 Uhr
Magischer Animismus und Dämonie
Als Animismus (von lat. anima, Seele, Atem; griech. ánemos Wind, Hauch) bezeichnet man im allgemeinen ein schriftloses ursprüngliches Religionssystem, das davon ausgeht, das jedes materielle Ding oder Wesen ein geistartiges Double (Seele oder Geist) besitzt, das als universelle Lebenskraft angesehen wird. Der Begriff Animismus wurde durch den britischen Ethnologen Edward B. Tylor (1832-1917) geprägt, der im Animismus eine einfach strukturierte Weltanschauung sah, deren sichtbare Erscheinung die Welt in ihrer Beschaffenheit der Menschen und Dinge erklärt.[1] Als Konzept energetischer Lebenskraft dient auch Mana, eine Kraft, die Menschen oder Dingen innewohnt. Um das Mana zu kontrollieren, wird durch den Gebrauch von Worten versucht , diese Kraft zu manipulieren und den Vorstellungen entsprechend zu lenken. Animistische Einflüsse sind bis heute in verschiedenen religiösen und okkulten Zusammenhängen des Volksglaubens zu beobachten, wo sie mit dem Wunsch nach Macht, Erfolg, Glück und Sicherheit in Verbindung stehen.
Ausgehend vom religionsgeschichtlichen Konzept des Animismus, nach dem allen Dingen und Wesen eine Seele oder Geist innewohnt, gilt er als Ursprung für den Glauben an Dämonen und Geister. Animismus tritt meist in Zusammenhang mit Schamanismus auf, wo Priester oder Zaubermänner zwischen der Welt der Dämonen und der Menschen vermitteln.
In der Philosophie wurde der Begriff Animismus vom Arzt und Chemiker G. E. Stahls (1660-1734) eingeführt, der die Seele als Bildnerin des Leibes und in Folge als Lebensprinzip betrachtete.
Technischer Animismus und Cyberdämonie
Einzelnachweise
- ↑ Edward B. Tylor, Die Anfänge der Cultur. Untersuchungen über die Entwicklung der Mythologie, Philosophie, Religion, Kunst und Sitte, Hildesheim/Zürich/New York 2005
Literatur
Lothar Käser, Animismus: Eine Einführung in die begrifflichen Grundlagen des Welt- und Menschenbildes traditioneller (ethnischer) Gesellschaften für Entwicklungshelfer und kirchliche Mitarbeiter in Übersee, Bad Liebenzell 2004.