Unix
Aus Daimon
Daemons
Ein Daemon (Disk And Execution Monitor) im Unix-System ist ein im Hintergrund laufender Prozess, der eine Ressource des Systems verwaltet und vermittelt. Der Prozess wird beim Hochfahren des Systems gestartet und wartet auf Zugriffe aus dem Netzwerk, auf den Ablauf eines Zeitintervalls, auf Änderungen an Systemeigenschaften etc.. In diesem Sinne wird auch die Server-Software des Internet als Daemon bezeichnet, da sie nach dem Starten selbständig darüber wacht, ob an dem konfigurierten Anschluss Aufgaben gemeldet werden.
Die BSD (Berkeley Systems Distribution) verwendet ein Teufelchen als Maskottchen. Die Namensgebung spielt auf die Bedeutung in der Physik an, wo im 19. Jh. Lord Kelvin den Begriff Maxwellschen Dämon prägte. Aber auch die Geschichten von dienstbaren Geistern aus 1001er Nacht fallen dazu ein - wie das Unix System insgesamt von einem eigenen Humor durchzogen ist.
Anatomie
Der Programmname endet mit dem Buchstaben "d". Das Programm arbeitet meist im Hintergrund, ausser bei der Fehlersuche. In diesem Sinne ist es autonom, d.h. nicht-interaktiv bzw. nicht am Terminal bedien- und beobachtbar, weil Standardeingabe, -ausgabe und -fehlerausgabe in Dateien umgleitet werden.
Beispiele
- Die gebräuchlichsten Anwendungen finden sich u. a. bei Druck- (Spool-Daemon) oder Mail- (Mailer-Daemon) Programmen.
- httpd: der http-Dämon verschickt Daten vom Quellsystem (statische Daten, aber auch die Ausgabe von Programmen, die vom httpd im Auftrag der Benutzerin gestartet werden.
- crond: eine Zeitschaltuhr
- syslogd: Aufzeichnung von lokalen oder entfernten Systemereignissen
- ntpd: zum Abgleich von Uhren zwischen Systemen
- xdm: regelt den Zugang zur grafischen Konsole
- etc.
Andere Betriebsumgebungen
Im NT und nachfolgenden Systemen von Microsoft wird diese Art von Programmen als "Dienste" (Services) bezeichnet.