Droge

Aus Daimon

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Brief von Albert Hofman an Steve Jobs, 2007

Albert Hofmann synthetisierte 1938 Lysergsäure-Diäthylamid (LSD) in einem Labor von Sandoz in Basel. Die aus Mutterkorn in verschiedenen Verbindungen gewonnene Lysergsäure löste in Tierversuchen Unruhe aus, ansonsten hielt Hofman die Substanz zunächst für wirkungslos. Erst 1943, auf der Suche nach einem kreislaufstimulierenden Wirkstoff, erinnerte sich Hofman an LSD. In überdosierten Selbstversuchen veränderte LSD die Wahrnehmung und den Gedankenfluss. Gegenstände verzerrten sich, nahmen befremdliche Formen an, erschienen organisch und lebendig: "Schon in meinem ersten geplanten Selbstversuch habe ich ja die Besitzergreifung durch den LSD-Dämon als unheimliches Erlebnis geschildert. Angst und Schrecken packten mich dabei besonders stark, weil damals die Erfahrung, daß der Dämon sein Opfer wieder freigibt, noch nicht vorlag."[1] Hofman empfand die Wirkung der Droge als Infestation durch einen Dämon, der parasitär von ihm Besitz ergriff und die Wahrnehmung der Welt grundlegend veränderte: "Alle Anstrengungen meines Willens, den Zerfall der äußeren Welt und die Auflösung meines Ich aufzuhalten, schienen vergeblich. Ein Dämon war in mich eingedrungen und hatte von meinem Körper, von meinen Sinnen und von meiner Seele Besitz ergriffen (…) Die Substanz, mit der ich hatte experimentieren wollen, hatte mich besiegt."[2] Hofman war bis zu seinem Tod an den Wirkungen von LSD interessiert und glaubte an seine therapeutischen und bewusstseinserweiternden Möglichkeiten, wie sie etwa Apologeten der Cyberkultur seit den 1970er jahren schätzten. Der LSD-Dämon öffnete neue Türen der Wahrnehmung und half Phantasie und Kreativität zu stimulieren. Steve Jobs, den Albert Hofman kurz for seinem Tod einen Brief schrieb, bemerkte dazu: "Our consciousness was raised by Zen, and also by LSD. (…) Taking LSD was a profound experience, one of the most important things in my life. LSD shows you that there’s another side to the coin, and you can’t remember it when it wears off, but you know it. It reinforced my sense of what was important—creating great things instead of making money, putting things back into the stream of history and of human consciousness as much as I could."[3]


Einzelnachweise

  1. Albert Hofmann, LSD - mein Sorgenkind. Die Entdeckung einer "Wunderdroge", Stuttgart 1979, S. 92.
  2. Ebenda S. 32.
  3. Walter Isaacson, Steve Jobs, New York 2011, S. 41.