Besessenheit: Unterschied zwischen den Versionen

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In der Medizin wird Besessenheit  
Besessenheit bezeichnet in der Medizin die psychische Veränderungen eines Menschen in Form einer Neurose oder Psychose. Krankheitssymptome der pathologischen Besessenheit wurden einst auch unter [[Dämonomanie]] oder Dämonopathie zusammengefasst und beinhaltetn klinische Symptome wie Schlaflosigkeit, visuelle Halluzinationen und Erregung im Unterleib.


Bezeichnung für psychische Veränderungen eines Menschen, die in der modernen Medizin heute als „Neurose” oder „Psychose” zusammengefasst werden. Früher wurden diese Krankheitssymptome als Dämonomanie oder Dämonopathie bezeichnet. Die klinischen Symptome wurden so beschrieben: Schlaflosigkeit, grosse Angst vor Gott, Irrereden, visuelle Halluzinationen und Erregung im Unterleib. Von dieser pathologischen Besessenheit muss die dämonische Besessenheit unterschieden werden, die von einem oder mehreren Dämonen verursacht wird. Nach Ansicht der mittelalterlichen Dämonologen, die auch heute noch Grundlage des in der katholischen Kirche praktizierten Exorzismus ist, können Dämonen unmittelbar Macht über einen Menschen ausüben.  
Die dämonische Besessenheit geht nach Ansicht der [[Dämonologie]], welche bis heute Grundlage des katholischen [[Exorzismus]] ist, auf eine von einem oder mehreren fremden Wesen hervorgerufene [[Obsession]] zurück. Sensorische und physiologische Symptome der dämonischen Besessenheit sind u. a. ein unerklärliches Kribbeln auf der Haut, Hitzewallungen, Fieber, Erbrechen. Paranormale Symptome sind u.a. das Sprechen und Verstehen fremder Sprachen, die Offenbarung räumlich oder zeitlich entfernter Ereignisse, Abscheu gegenüber religiösen Gegenständen. Berichte weisen darauf hin, dass derartige psychische Verhaltensanomalien durch Suggestion auf andere Menschen übertragbar sind und epidemische Ausmaße annehmen können.
Es werden drei Formen der Besessenheit unterschieden:
 
• Circumsessio - Umsessenheit: Die Dämonen belagern einen Menschen, ohne in seinen Körper einzudringen, um ihm Schaden zuzufügen.
Bis heute spielt Besessenheit in kultischen Ritualen eine Rolle. Im Voodookult auf Haiti dringen die "Loas" (gute oder böse [[Geist | Geister]]) in einen Menschen ein und vertreiben Gros-bon-ange, seinen grossen Schutzengel. Der Besessene fällt in Trance und wird vom [[Dämon]] wie ein Pferd geritten. Nach Erwachen aus der Trance verbleibt keine Erinnerung an den Zustand der Besessenheit.  
• Obsessio: Der Dämon ergreift Besitz von dem Menschen, indem er in seinem Körper wohnt.
 
• Possessio: Der Mensch ist ein völlig willenloses Objekt der Dämonen und hat jegliche Freiheit verloren.
Im japanischen Volksglauben findet sich eine dämonische Besessenheit in Form eines Fuchses. Der Fuchs dringt in den menschlichen Körper ein und entfaltet dort sein eigenes vom Ich des "Wirtes" unabhängiges Leben. Es entsteht ein schizophrenes Doppelbewusstsein, das sich in einer nervösen Zerrüttung äussert: Die besessene Person nimmt alles wahr, was der Dämon sagt. Verlässt der Dämon freiwillig den Körper oder wird von einem „Fuchsaustreiber” vertrieben, können sich die Betroffenen an den Zustand ihrer Bessesenheit nicht erinnern, verfallen aber meist in Depression.
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Die Besessenheit kann aufgrund von Zeichen am Menschen festgestellt werden. Zu diesen Merkmalen gehören die sensorischen und physiologischen Zeichen: unerklärliches Kribbeln auf der Haut, Hitzegefühl, Fieber, Erbrechen. Weiter die paranormalen Zeichen, sprich: Die Fähigkeit, eine unbekannte Sprache zu sprechen und zu verstehen, Entferntes und Verborgenes zu offenbaren, was normalerweise aufgrund des Alters einer Person unmöglich ist, oder die Unfähigkeit, zum Gottesdienst zu gehen, obwohl der Wunsch dazu da ist. Man weiss heute, dass diese psychischen Verhaltensänderungen durch Suggestion auf andere Menschen übertragbar sind und zu einer regelrechten Epidemie führen können. Der Spiritismus erklärt diese Erscheinung dadurch, dass sich erdgebundene Geister oder Elementargeister dem Körper eines Menschen bemächtigen und darin ihr Unwesen treiben. In Religionen wie z. B. dem Voodookult in Haiti spielt die Besessenheit eine zentrale Rolle. Alle Handlungen dieser Religion sind darauf abgerichtet, die Besessenheit zu lenken. Die Loas, gute oder böse Geister, dringen in einen Menschen ein und vertreiben seinen grossen Schutzengel, den Gros-bon-ange. Die Folge ist, dass dieser Mensch, der nur noch zu einer Hülle für den Loa geworden ist, in Trance verfällt. Der Besessene wird nun gleichsam von dem Loa wie ein Pferd geritten. Wenn der Besessene aus der Trance erwacht, weiss er nicht mehr, was er getan oder erlebt hat. Der japanische Volksglaube kennt die Besessenheit durch Dämonen in Fuchsgestalt, die sich von der in der Bibel und von den mittelalterlich Dämonologen beschriebenen Besessenheit nur dadurch unterscheidet, dass von ihr fast ausschliesslich Frauen befallen werden. Nachdem der Fuchs in den menschlichen Körper eingedrungen ist, lebt er ein eigenes Leben, unabhängig von dem Ich des Menschen. Hierdurch entsteht ein Doppelbewusstsein, das sich in einer Art nervösen Zerrüttung äussert. Die besessene Person hört alles, was der Dämon zu ihm sagt. Wenn der Dämon nach einiger Zeit freiwillig austritt oder von einem „Fuchsaustreiber” vertrieben werden konnte, bleibt bei einem derartigen Menschen eine Depression zurück. Er kann sich an nichts von dem erinnern, was während der Besessenheit vorgefallen ist.

Version vom 13. Dezember 2006, 22:14 Uhr

Besessenheit bezeichnet in der Medizin die psychische Veränderungen eines Menschen in Form einer Neurose oder Psychose. Krankheitssymptome der pathologischen Besessenheit wurden einst auch unter Dämonomanie oder Dämonopathie zusammengefasst und beinhaltetn klinische Symptome wie Schlaflosigkeit, visuelle Halluzinationen und Erregung im Unterleib.

Die dämonische Besessenheit geht nach Ansicht der Dämonologie, welche bis heute Grundlage des katholischen Exorzismus ist, auf eine von einem oder mehreren fremden Wesen hervorgerufene Obsession zurück. Sensorische und physiologische Symptome der dämonischen Besessenheit sind u. a. ein unerklärliches Kribbeln auf der Haut, Hitzewallungen, Fieber, Erbrechen. Paranormale Symptome sind u.a. das Sprechen und Verstehen fremder Sprachen, die Offenbarung räumlich oder zeitlich entfernter Ereignisse, Abscheu gegenüber religiösen Gegenständen. Berichte weisen darauf hin, dass derartige psychische Verhaltensanomalien durch Suggestion auf andere Menschen übertragbar sind und epidemische Ausmaße annehmen können.

Bis heute spielt Besessenheit in kultischen Ritualen eine Rolle. Im Voodookult auf Haiti dringen die "Loas" (gute oder böse Geister) in einen Menschen ein und vertreiben Gros-bon-ange, seinen grossen Schutzengel. Der Besessene fällt in Trance und wird vom Dämon wie ein Pferd geritten. Nach Erwachen aus der Trance verbleibt keine Erinnerung an den Zustand der Besessenheit.

Im japanischen Volksglauben findet sich eine dämonische Besessenheit in Form eines Fuchses. Der Fuchs dringt in den menschlichen Körper ein und entfaltet dort sein eigenes vom Ich des "Wirtes" unabhängiges Leben. Es entsteht ein schizophrenes Doppelbewusstsein, das sich in einer nervösen Zerrüttung äussert: Die besessene Person nimmt alles wahr, was der Dämon sagt. Verlässt der Dämon freiwillig den Körper oder wird von einem „Fuchsaustreiber” vertrieben, können sich die Betroffenen an den Zustand ihrer Bessesenheit nicht erinnern, verfallen aber meist in Depression.