Alien

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Alien, Großbritannien 1979, Regie: Ridley Scott, Visual Effects: H.R. Giger

Obgleich die Spekulationen über Aliens (lat. alienus, fremdartig) bis in die Antike zurückführen[1], beginnen sie im 20. Jahrhundert Teil von Alltagsmythen zu werden. Aliens lösen Dämonen ab, entführen und indoktrinieren Menschen, manipulieren ihr Genom und ihre Psyche. Als in den 1950er Jahren die Sichtungen von UFOs und die Entführungen durch Aliens ihren medialen Höhepunkt erreichten, sah C.G. Jung darin den Ausdruck kollektiver Ängste.[2] Begegnungen mit Aliens wurden als hypnagoger Zustand beschrieben und mit religiösen Visionen und Hysterie verglichen. Der Astronom und Ufologe Jaques Valée untermauerte Jungs These, indem er Alien-Berichte mit Fällen religiöser Erscheinungen sowie überlieferten Begegnungen mit Feen, Zwergen und Gnomen verglich.[3] In den 1980er Jahren beobachtete der Psychologe Rick Strassman im Rahmen seiner Drogenstudien eine häufige Begegnung mit Aliens unter dem Einfluss von DMT.[4]

Das Science Fiction-Genre dominieren vor allem zwei Typologien von Aliens: die "Endo-Aliens", die Körper oder Psyche parasitieren und die "Exo-Aliens", die humane Gesellschaften unterwandern, Doppelgänger bilden oder über Strahlung und Radiowellen auf die Befindlichkeit der Menschen Einfluss nehmen. In beiden Fällen erweist sich das Alien als ein seltsames Anderes oder unbestimmtes Es, als dämonische Macht, die humane Werte destabilisiert, indem ein "selbstbestimmtes" Denken und ein "freier" Wille des Menschen außer Kraft gesetzt werden. Ziele der Aliens sind in der Tradition utopischer Literatur neben Infestation, Ausbeutung und Vernichtung, Kontrolle und Entfremdung.

Ein Beispiel für einen parasitischen Endo-Alien liefert Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (Regie: Ridley Scott, 1979). Exo-Aliens, die Doppelgänger bilden, finden sich in Die Dämonischen (auch: Invasion der Körperfresser, OT: Invasion of the Body Snatchers, Regie: Don Siegel, 1956).[5] Das Motiv von Dämon und Parasit aktualisiert sich im Alien, der ein neues Bild des fremden und unheimlichen Anderen in der Moderne avisiert.

Einzelnachweise

  1. Plutarch, Das Mondgesicht. Übers. von Herwig Görgemanns, Zürich, 1968
  2. C.G. Jung, Ein moderner Mythos. Von Dingen, die am Himmel gesehen werden, Zürich, Stuttgart 1958.
  3. Jacques Valée, Passport to Magonia. On Ufos, Folklore, and Parallel Worlds, Chicago 1969.
  4. Rick Strassman, DMT. The Spirit Molecule, Rochester 2001
  5. Jack Finneys Roman The Body Snatchers (1955) erschien 1962 in der deutschen Erstausgabe bei Heyne unter dem Titel Unsichtbare Parasiten.